Rebound

Der sog. Rebound- oder Mengeneffekt bedeutet, dass die Effizienzgewinne oder Energie- und Materialeinsparungen im Einzelfall durch das Mengenwachstum zunichte gemacht oder sogar überkompensiert werden. So braucht ein Flugzeug heute zwar im Durchschnitt nur noch halb soviel Kerosin wie Anfang der 60er Jahre. Weil aber heute 50mal so viel Kilometer in der Luft zurückgelegt werden wie damals, ist er Energieverbrauch im Luftverkehr um 2.500 Prozent gestiegen (Karl-Otto Schallböck vom Wuppertal Institut für Klima, Umwelt und Energie).

Durch das fortgesetzte Wachstum (das weiterhin zu den höchsten Zielen der Industrie- und noch mehr der Schwellenländer gehört) werden die Effizienzgewinne, die im Einzelnen ohne Zweifel erzielt werden, zunichtegemacht oder überkompensiert.Am markantesten zeigt sich dies am Autoverkehr: Durch den techni­schen Fortschritt wird der Benzinverbrauch bezogen auf die Motor­leistung seit Jahren stetig gesenkt. Gleichzeitig zeigt die durch­schnittliche Motorleistung der Autos auf den Straßen einen konti­nuierlichen Aufwärtstrend. Gleichzeitig steigt die Zahl der zugelassenen Autos. Gleichzeitig steigen die Fahrleistungen. Als Produkt dieser Faktoren steigen der Gesamt-Treibstoffverbrauch und die Umweltbelastung weiter an. Oder: Vor 20 Jahren wurde auf allen IT-Konferenzen vom "paperless office" geschwärmt. Die Einführung der EDV, der Einsatz von Computern und Telekommunikation sollte einmal zum "papierlosen Büro" führen. In Wirklichkeit wird durch die Verfügbarkeit von PCs, Druckern, Kopier- und Faxgeräten immer mehr bedrucktes Papier produziert - der Papierverbrauch steigt weiter an. 20 Jahre danach ist der Papierverbrauch um 80 Prozent gestiegen. (Daraus ergibt sich zwingend die Schlussfolgerung einer ökologischen Ökonomie: Dem Mengeneffekt kann nur mit Mengenbegrenzung begegnet werden).

Der Rebound-Effekt vernichtet auch eine der großen Hoffnungen, die von einigen Ökooptimisten wie Amory Lovins vertreten wird, die sog. Abkopplung. Der Begriff beschreibt die in allen Industrieländern festzustellende Entwicklung, dass der spezifische Energieverbrauch für eine Einheit BIP sinkt. Der Pferdefuß ist, dass der Verbrauch weiter steigt. Zum Beispiel USA: Anteil Ausgaben für Erdöl am BSP 1981 = 8,1 %, 1998 noch 3 %. Gleichzeitig stieg der Erdölverbrauch absolut von 16,33 Mbd in 1986 auf 19,2 Mbd in 1999 (Mbd = million barrels per day).





 
 
 
 
 
 
AUSSTIEG AUS DEM CRASH