Budget erschöpft


F: Was passiert, wenn jemand schon im Oktober sein CO2-Guthaben erschöpft hat?

A: Man sollte erstens nicht vergessen, daß die CO2-Kontingentierung sehr gemächlich über eine Zeitspanne von 40 Jahren eingeführt wird, daß also das CO2-Budget Jahr für Jahr nur um zweieinhalb Prozent schrumpft. Das heißt, daß zumindest alle Menschen, die jetzt mit ihrem Geld vernünftig planen und wirtschaften können, ebenso umsichtig mit ihrem CO2-Budget umgehen werden - sie haben reichlich Zeit, ihr Konsumverhalten darauf einzustellen. Auch sollte nicht übersehen werden, dass durch die allmähliche Verknappung von CO2 ganz selbstverständlich, ohne gutes Zureden und ohne Subventionszahlungen, die großen Effizienzpotentiale mobilisiert werden, die in unserer Wirtschaft schlummern (vgl. Weizsäcker/Lovins 1995 und Schmidt-Bleek 1997), so dass eine lange Zeit vergehen wird, bevor sich die CO2-Reduzierung als Komfortminderung bemerkbar macht

Die Menschen, die heute mit ihrem Geld nicht auskommen, bestehen aus mindestens zwei Gruppen: einmal diejenigen, die sich immer weiter in Schulden verstricken, obwohl sie über ein durchschnittliches Einkommen verfügen, und diejenigen, deren Haushaltseinkommen so weit unter dem Durchschnitt liegt, daß es nicht für das Notwendigste reicht. Bei Angehörigen der zweiten Gruppe ist davon auszugehen, dass sie auf Grund ihres niedrigen Einkommens ihr CO2-Budget nicht ausschöpfen können, da die CO2-Emissionen ganz deutlich mit dem Einkommen steigen. Falls sie dennoch ihr Budget vorzeitig erschöpfen sollten, gilt für sie das, was im nächsten Abschnitt beschrieben wird. Um das Problem der ersten Gruppe zu lösen, die der Allgemeinheit zur Last fallen, weil sie nicht wirtschaften können (oder wollen), müßte man sich etwas Neues einfallen lassen, etwas, was den Naturalcharakter der CO2-Währung widerspiegelt. Die Sozialämter könnten z.B. Projekte anbieten, in denen man durch das Pflanzen von Bäumen und die Pflege von Kulturen, die Renaturierung von Fluß- und Bachläufen, durch die Pflege von geschädigten Bergwäldern, durch Arbeit in der ökologischen Landwirtschaft oder durch Teilnahme an Entwicklungshilfe-Projekten ein zusätzliches CO2-Guthaben verdienen kann. Diese Möglichkeit sollte im übrigen natürlich jedem offenstehen, der sein CO2-Budget vergößern möchte.
 
 
 
 
 
 
AUSSTIEG AUS DEM CRASH